Artikel

Bedürfnisse

Bedürfnisse

Vielen Menschen mit psychischen Erkrankungen ist gemeinsam, dass sie mit zunehmender Dauer und Belastung ihre Bedürfnisse aus dem Blick verlieren oder nicht mehr aktiv vertreten können. Bei mir hängt dies oft mit Zwischenmenschlichem zusammen, denn mich mit meinen Bedürfnissen dem Gegenüber zuzumuten (wie eine frühere 

Bewertung

Bewertung

Mistwetter, toller Film, mir gehts gut – unablässig bewerten wir Zustände und Eigenschaften unserer Lebenswelt, urteilen über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Der evolutionäre Nutzen ist leicht auszumalen: Sicherheit vor Gefahren, sozialer Zusammenhalt, Identität. Geht uns aufgrund psychischer Belastungen dafür aber der rechte Maßstab minimal-selbstfürsorglicher 

Confirmation Bias

Confirmation Bias

Der Duden nennt für Bias bloß die sehr spezielle Bedeutung einer »durch falsche Untersuchungsmethoden (z. B. Suggestivfragen) verursachte Verzerrung des Ergebnisses einer Repräsentativerhebung«. Das Englische verwendet den Begriff allgemeiner als Verzerrung, Denkfehler.

Ein C. B. – »der Vater aller Denkfehler« (Dobelli, Klar denken, klug handeln, München 2011, 29) – liegt vor, wenn wir Informationen so interpretieren, dass sie unsere bestehenden Annahmen bestätigen, oder wir sie bei Widersprüchen sogar ignorieren. Das ist bequem, wahrscheinlich menschlich, zumeist beraubt es uns aber wohl besserer Einsichten und kann zuweilen destruktive Folgen haben.

Als ich kürzlich über Dobellis gewitzte Beschreibung des C. B. nachdachte, erkannte ich an mir einen Spezialfall dieses Denkfehlers: Negatives Denken, gepaart mit einem starken inneren Kritiker lässt mich bisweilen viele Informationen in deren einseitigem Licht betrachten. Weist meine Arbeit etwa einen Fehler auf, benutze ich dieses Detail, um die Annahme zu bestätigen, ich leiste nicht genug – und ignoriere dabei mein sonstiges Niveau an Fehlerarmut und eine Vielzahl an positiven Rückmeldungen von Partnern, Kunden und Freunden.

Was lerne ich daraus? – Für den Moment zumindest, dass ich meine mentalen Verschrobenheiten und Pathologien auch als bloßen, gar nicht so extravaganten Denkfehler betrachten darf.

Corona-Burn-out

Corona-Burn-out

Was Covid-19 nicht nur für Menschen mit psychischen Erkrankungen bedeutet, darüber habe ich mir ja schon einmal Gedanken gemacht. Doch noch einmal konkret, was macht die Pandemie mit den »Normalen«(1)? Die ZEIT hält in einem Artikel vom 8. April fest: »Ich dreh‘ gleich durch – 

Covid-19

Covid-19

Das Leben in Zeiten der Corona-Pandemie ist für Erkrankte und ihre Angehörigen fürchterlich, hält aber bekanntlich auch für alle anderen gewisse Eigentümlichkeiten bereit. Menschen, die unter sozialen Ängsten leiden, fühlten sich zumindest anfangs der Kontaktbeschränkungen bisweilen erleichtert – Vermeidung ist das neue Normal, eine Mund-Nasen-Bedeckung 

Dachs

Dachs

Das bin ich, zumindest mit familieninternem Spitznamen. Dabei wird der Artikel gern mitverwendet, so wie man sagt: »der alte Fritz«, »der Willem« – halt »der Dachs«.

Warum kosen Frau und Sohn mich so? Nach meiner Erinnerung kam der Impuls auf einer Autofahrt (ja, damals in den wilden 2010er Jahren hatten wir tatsächlich noch einen eigenen Pkw) mit kindgerechtem Musikprogramm: »Deine Freunde«, elternkompatible KInder- und Jugendmucker, texten in »Häschen hüpf« (auf dem Album »Heile Welt«) von der Wald-Party des Jahrhunderts – »nur der Dachs hatte wieder mal kein Bock«. Tja.

Aber der Dachs ist zum Glück – daran hatte in der tierischen Familienaufstellung auch meine Frau zum Glück nie einen Zweifel gelassen – ein starker Charakter, ein wichtiger und weiser Waldbewohner, auf den man sich verlassen kann (vgl. etwa »Wind in den Weiden«).

Sogar in dem gelungenen Bilderbuch »Der Dachs hat heute schlechte Laune« kommt kein Zweifel daran auf und wird am Ende alles gut – auch für den Dachs.

Und deshalb bin ich gerne der Dachs und nenne mich manchmal auch selbst so.

Dankbarkeit

Dankbarkeit

Auch darauf hat mich Shetty mit der Nase gestoßen: Dankbarkeit verbindet mich auf eine positive und erfüllende Weise mit Menschen und Dingen. Manchmal sage ich es mir innerlich vor – etwa »ich bin dankbar für meine guten Schuhe und meine gesunden Beine«, wenn ich gerade 

Defusion

Defusion

»Kognitive D.« ist das Gegenstück zur »kognitiven Konfusion«, wenn wir – insbesondere in Zeiten großer psychischer Belastung – nicht mehr zwischen unseren Gedanken und der Realität unterscheiden können, bspw. also unser negatives Denken dazu führt, dass wir uns wirklich schlecht fühlen (ganz unabhängig von »realen« 

Depression kurzgefasst

Depression kurzgefasst

Mein Sohn ist 13 und ein ziemlich großartiger Kerl. Als ich kürzlich in die Tagesklinik des Kieler Fenster ging, hat er sich bereit erklärt, an einem therapeutischen Familiengespräch teilzunehmen – vor allem, damit seine Sichtweise und Bedürfnisse als Angehöriger eines Depressionskranken einmal in den Vordergrund treten können.

Zu den konkreten Wünschen, die er dort geäußert hat, gehörte folgendes: »Ich möchte noch mehr über Depression wissen, damit ich das auch meinen Freunden erklären kann.« Großes Kino, dachte ich gleich, von dieser offenen Wahrhaftigkeit kann ich mir ne Scheibe abschneiden.

Wenige Tage darauf haben wir uns Zeit dafür genommen und daraus ist ein Poster geworden, dass die wichtigsten Aspekte von Depressionen zusammenfasst: Was sind Ursachen, Eigenschaften und Folgen einer Depression?

Jede Depression ist anders, habe ich ihm erzählt, mein schwarzer Hund hat einen anderen Charakter als andere. Trotzdem gibt es einige »übliche Verdächtige« unter den Symptomen, etwa eine gedrückte Stimmung, Freud- und Hoffnungslosigkeit, ein geringes Selbstwertgefühl und Schlafstörungen.

Schließlich haben wir auch darüber gesprochen, was Betroffene tun können: sich unbedingt Hilfe holen (ärztlich, therapeutisch, Selbsthilfegruppe …), die Erkrankung akzeptieren und offen damit umgehen. Und lernen, wie Selbstfürsorge den schwarzen Hund befriedet – in Form von Achtsamkeit, Bewegung, frischer Luft und anderen genussvollen und schönen Dingen!

Depressionshilfe

Depressionshilfe

Genauer: Stiftung Deutsche D.; ist mehr als eine Informationswebseite – sie will »Depression erforschen, Betroffenen helfen, Wissen weitergeben«. Neben den Online-Informationen bietet die Stiftung ein Info-Telefon, Online-Foren und einen Selbsttest. Sie erhebt jährlich das »Deutschland-Barometer Depression«, hier finden sich aktuelle Informationen zu Verbreitung und Entwicklung