Erzählen

Manchmal reagiere ich in einer Unterhaltung mit einem knappen, aber empathischen »das ist gut«, gefolgt von einer Pause. Ich habe mir kürzlich dabei zugesehen, zugehört und festgestellt, dass darin etwas anklingt; etwas, dem ich erst nicht recht auf die Spur zu kommen schien.

Zufällig hat sich das kleine Déjà-vu dann aufgelöst: Bruce Springsteen & The E-Street Band, The River. In dem famosen Bühnen-Intro erzählt der »Boss« von seinem Vater, von ihren Auseinandersetzungen – und davon, wie der Vater unerwartet reagiert: ’68 nicht von der Army genommen, »that’s good«.

Ich reagiere wohl auch deshalb emotional auf den Erzählstil Springsteens, weil ich mir eine positiv-akzeptierende Haltung zu meiner eigenen Geschichte wünsche. Und weil ich bis dato keine Abrundung im Verhältnis zu meinem Vater gefunden habe, wovon jene Geschichten trotz aller Konflikte mehr als einmal handeln.

Dass ich zumindest die positive Bekräftigung angenommen habe, zeigt zumindest, dass ich ein Mensch sein möchte, der beim Gegenüber das Gute sieht und unterstützt. Und das immerhin fühlt sich gut an.