Entwicklung

Entwicklung

Das DWDS – nein, das hat nix mit Superstars zu tun, das ist das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache – ist ein großartiges Hilfsmittel für Spracharbeiter wie mich. Und für alle anderen Sprachinteressierten auch. Auf einen Blick gibt es dort (digitale Vernetzung sei Dank) für die meisten Stichwörter mehr Wortbedeutungen und Geschichtliches zur Herkunft, als wir in der Regel suchen – und deshalb ist ein Besuch eigentlich immer anregend, vulgo die eigene Bildung entwickelnd im Sinne von: Fortschreiten des Prozesses.

Ja und, wird jetzt vielleicht jemand denken. Ich gestehe, ich bin nicht überall für meine Umschweifsarmut bekannt. Das DWDS ist jedenfalls eine wunderbare Quelle um sich mit dem deutschen Wortschatz auseinanderzusetzen, etwa dem Wort »Entwickelung«.

Darüber habe ich nämlich schon eine ganze Zeit lang immer mal wieder nachgedacht. Kein Wunder, ist doch Entwicklung zutiefst menschlich, vielmehr ein Grundprinzip der Natur: vom Samen zur Frucht und wieder von vorn, von der Wiege bis zur Bahre …

Auf dwds.de kann man darüber in Kürze einiges lernen: auch geschichtlich-etymologisch, etwa Campes Vorschlag, »Evolution« damit zu verdeutschen. (Wie sich der metaphorische Begriff von der antiken Philosophie herleitet, lässt sich am besten im Wörterbuch der philosophischen Metaphern nachlesen, Art. Pflanze, 262–264.)

Tiefer in die, tja, Entwicklung des deutschen Begriffs E. führt das Deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm, hier lernen wir von all den Bedeutungsnuancen des Aus- und Loswickelns, Freisetzens und der Entwirrung. Merke: Dass für E. manchmal erst ein Knoten aufgelöst werden muss, liegt schon im Begriff, nicht erst in der Natur des menschlichen Geistes.

Bild von Steve Norris auf Pixabay