Aufregung

Seit ich meine Erkrankung auch im Alltag nicht mehr leugne, verspüre ich häufig eine innere A., die mir bisher nicht bewusst war: Besuch kommt, eine außergewöhnliche Besorgung steht an, es gilt jemand Unbekanntes anzurufen – ich bemerke ein leichtes innerliches Zittern oder Wackeln.

Das hindert mich nicht an der Erledigung, zeigt mir aber gewissermaßen zuverlässig, wann ich besser noch einmal innehalte, mich »erde« und fokussiere.

Ich möchte diese neue Empfindsamkeit begrüßen, statt sie etwa auf ein neues Medikament o. dgl. zu schieben. Positiv betrachtet, markiert sie nämlich vor allem dies: dass ich näher bei mir bin und mich mehr spüren kann als bisher.