Antidepressiva

In Deutschland wurden im Jahr 2017 rund 1,49 Milliarden Tagesdosen an A. verordnet – Privatrezepte und Krankenhausbehandlungen sind dabei noch nicht berücksichtigt. Weltweit gehören A. damit zu den am häufigsten verordneten Medikamenten. Zugleich werden sie gar nicht selten frühzeitig und ohne Kenntnis behandelnder Ärztinnen abgesetzt.

Im Deutschen Ärzteblatt (Jg. 116, Heft 20 vom 17. Mai 2019, S. 355–360) findet sich eine Literaturstudie, die sich mit den dabei drohenden Absetz- und Rebound-Phänomenen beschäftigt. Die Autoren stellen fest, dass akute Absetzsyndrome auftreten und gut belegt sind: Sie reichen von Schlafstörungen über Schwindel bis hin zu Ängstlichkeit, können also der ursprünglichen Depression ähneln.

Weniger gut erforscht sind die sogenannten Rebound-Phänomene. Darunter werden Symptome der Grunderkrankung verstanden, die stärker ausfallen als vor der Medikation oder mit höherer Wahrscheinlichkeit eintreten. Für ein erhöhtes Rückfallrisiko gibt es laut der Übersichtsarbeit bisher zumindest Indizien.

Was folgt daraus? – Ich bin entschieden, mein Medikament nicht ohne ärztlichen Rat und Begleitung abzusetzen.